St. Emmeram
Emmeramspl. 3, 93047 Regensburg, 49°00'57.9"N 12°05'35.2"E
Lange bevor es Hotels gab, boten Klöster Reisenden eine Möglichkeit zum Einkehren und zu Übernachten. In Regensburg besaß das Kloster St. Emmeram ein solche Gästehaus. Wo genau es gestanden hat, ist heute unklar.
Die Ursprünge des Klosters gehen wohl bis ins 8. Jahrhundert zurück, als sich hier eine Kongregation von Benediktiner-Mönchen niederließ. In den Regula sancti Benedicti, den Ordensregeln, des heiligen Benedikt ist klar festgelegt, wie sie ihr Leben zu führen haben. In Regel Nummer 53, De hospitibus suscipiendis, wird beschrieben, wie Reisende als Gäste zu empfangen sind. Sie sollen den Friedenskuss bekommen und nach einem gemeinsamen Gebet sollen ihre Füße sollen gewaschen werden. Die Gäste sollten aus einer eigenen Küche versorgt werden, so dass der Tagesablauf der Mönche nicht gestört würde. In Regensburg gab es zur Aufnahme von Reisenden und Pilgern anscheinend bereits um 980 ein Spital, das sich wohl gegenüber der Michaelskapelle befunden hat.
Um 1335 ist eine Weinschänke im Hospital überliefert. Die ehemalige Michaelskapelle beherbergt heute das Emmerams Forum und versorgt im Emmerams Café Gäste mit Speis und Trank. Wo genau sich das historische Spital jedoch genau befunden hat, ist heute unklar. Wo sich hingegen die Infirmerie, das Haus für kranke Mönche befand, wissen wir dagegen genau. Auf einer Ansicht von 1619 ist ein zweigeschossiges Gebäude westlich der Klausur, dem verschlossenen Bereich um den Kreuzgang, zu sehen. Heute befindet sich an dieser Stelle ein Flügel des Schlosses Thurn und Taxis aus dem 19. Jahrhundert.
- Artur DIRMEIER / Peter MORSBACH, Spitäler in Regensburg. Krankheit, Not und Alter im Spiegel der Fürsorgeeinrichtungen und Krankenhäuser einer Reichsstadt (= Große Kunstführer, Band 192), Regensburg: Schnell & Steiner, 1994, S. 10–11.
- Max PIENDL, Fontes monasterii s. Emmerami Ratisbonensis. Bau- und kunstgeschichtliche Quellen, in: Quellen und Forschungen zur Geschichte des ehemaligen Reichsstiftes St. Emmeram, Kallmünz: Verlag Michael Lassleben, 1961, S. 41–44, 74, 79.
- Max PIENDL, St. Emmeram in Regensburg. Baugeschichte seiner Klostergebäude, in: Beiträge zur Baugeschichte des Reichsstiftes St. Emmeram, Kallmünz: Verlag Michael Lassleben, 1986, S. 269–274.
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