Katharinen Spital
Am Brückenfuß 1-3, 93059 Regensburg, 49°01'26.6"N 12°05'49.4"E
Das Katharinenspital liegt am Brückenkopf, der Steinernen Brücke vorgelagert. Über Jahrhunderte zeigte sie den Wittelsbachern, die eigentlich diese Uferseite beherrschten, den Anspruch der Regensburger, den Übergang über die Donau zu kontrollieren.
Reisende von Norden trafen zunächst auf das Katharinenspital, bevor sie die Steinerne Brücke hinüber in die Stadt betraten. In diesem Vorposten Regensburgs zeigte sich bereits die gesellschaftliche Struktur der Bevölkerung. Die städtischen Vertreter verwalten seit jeher das Spital gemeinsam mit bischöflichen Amtsträgern – nach der Reformation als Lutheraner gemeinsam mit Katholiken. Als Brückenkopf auf dem sonst von Bayern verwalteten Nordufer war die Errichtung ab 1213 auch ein Zeichen von Selbstbewusstsein gegenüber der Wittelsbacher Herzöge.
Aus den ersten Jahrzehnten seines Bestehens stammte anscheinend auch ein romanisches Doppelportal, das von der Brücke direkt ins Spital führte. Heute ist unklar, wen die verschiedenen Figuren zeigten. Vermutlich stellte die Figur in der Mitte den damaligen Bischof Konrad IV. dar. Das Maßwerk im Rundfenster hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der zeitgleich errichteten Kirche St. Ulrich am Dom.
Das Spital glich einer eigenständigen Siedlung mit zahlreichen Beschäftigten. Ursprünglich diente es nicht nur als Krankenhaus, sondern auch als Unterkunft für Pilger und konnte bis zu 400 Personen aufnehmen. Im Lauf der Zeit änderte sich der Charakter hin zu einem Heim für Alte, als welches es bis heute fortbesteht. Wichtige Gebäude waren die Infirmerie für die Kranken und die Katharinenkapelle, die direkt an den Turm zur Steinernen Brücke reichte. Heute noch erhalten ist die ehemalige Johanneskirche (heute Spitalkirche St. Katharina).
- Artur DIRMEIER / Peter MORSBACH, Spitäler in Regensburg. Krankheit, Not und Alter im Spiegel der Fürsorgeeinrichtungen und Krankenhäuser einer Reichsstadt (=Josef Fink (ed.), Große Kunstführer, Band 192), Regensburg: Schnell & Steiner, 1994, S. 14-19.
- Artur DIRMEIER, St.-Katharinenspital und Steinerne Brücke. Spital und Brücke als rechtliche, architektonische und symbolische Einheit, in: Helmut-Eberhard Paulus, Hermann Reidel, Paul W. Winkler (eds.), Regensburger Herbstsymposion zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege, 1. Band, Regensburg: Verlag Schnell & Steiner, 1995, S. 17-30.
- Peter MORSBACH, Baugeschichtliche Anmerkungen zu einigen mittelalterlichen Spitalbauten Regensburgs, in: Helmut-Eberhard Paulus, Hermann Reidel, Paul W. Winkler (eds.), Regensburger Herbstsymposion zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege, 1. Band, Regensburg: Verlag Schnell & Steiner, 1995, S. 48-51.
- Karin RICHTER, Ausstellungsdokumentation Regensburger Spitäler und Stiftungen – Ansichten und Dokumente, in: Helmut-Eberhard Paulus, Hermann Reidel, Paul W. Winkler (eds.), Regensburger Herbstsymposion zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege, 1. Band, Regensburg: Verlag Schnell & Steiner, 1995, S. 74-75.
- Eintrag zur Spitalkirche St. Katharina auf Wikidata [online].