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St. Oswald Spital

Weißgerbergraben 3, 93047 Regensburg (Standort vor Emmerams-Forum), 49°00'57.9"N 12°05'35.2"E

Text: Frieder Leipold/ARCHIATER


Das St. Oswald Spital war auch als das „Reiche Spital“ bekannt. Seit der Stiftung um 1300 waren sowohl Kirche als auch Spitalgebäude vielen Umbauten unterworfen. Doch die Wappen der Stifter prangen nach wie vor deutlich sichtbar zur Donau hin.

Steht man draußen vor dem Chor von St. Oswald, stechen einem an zweien der Pfeiler die prächtigen Wappen der beiden Stifter Friedrich Auer und Karl Prager ins Auge. Sie sollen an diese beiden Bürger Regensburgs erinnern, die um 1300 soviel Geld in die Hand nahmen, dass ihre Einrichtung für bedürftige Frauen als das Reiche Spital bezeichnet wurde. Vermutlich stammten die qualitativ hochwertigen Steinmetzarbeiten des Chors von Meistern, die auch für die Domhütte arbeiteten.
Anscheinend befand sich die Unterkunft der Frauen, die bis 1604 „fast den halben theil der hinteren der kirchen innegehabt“ hatte, direkt im Anschluss an den Chor. Im Zuge der Umbauten des 17. Jahrhunderts wurde dann nicht nur das Kirchenschiff um mehrere Joche erweitert, sondern auch eine neue Empore eingebaut. 1708 erfolgten eine Dekoration und eine Ausmalung im Stil des Barock.
Das eigentliche Spitalgebäude befand sich dann, nach der Niederlegung der arnulfinischen Stadtmauer am Weißgerbergraben. Es bestand aus Pferdeställen und einem Holzlager im Erdgeschoß, den Kammern der Frauen im ersten Obergeschoß und einer Kornschütte im Dachgeschoß. 1873 und 1909 wurde das Haus stark umgebaut und 1975 schließlich zu einem Studentenwohnheim umgewidmet.



  • Artur DIRMEIER / Peter MORSBACH, Spitäler in Regensburg. Krankheit, Not und Alter im Spiegel der Fürsorgeeinrichtungen und Krankenhäuser einer Reichsstadt (=Josef Fink (ed.), Große Kunstführer, Band 192), Regensburg: Schnell & Steiner, 1994, S. 14-19.
  • Peter MORSBACH, Baugeschichtliche Anmerkungen zu einigen mittelalterlichen Spitalbauten Regensburgs, in: Helmut-Eberhard Paulus, Hermann Reidel, Paul W. Winkler (eds.), Regensburger Herbstsymposion zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege, 1. Band, Regensburg: Verlag Schnell & Steiner, 1995, S. 51.
  • Karin RICHTER, Ausstellungsdokumentation Regensburger Spitäler und Stiftungen – Ansichten und Dokumente, in: Helmut-Eberhard Paulus, Hermann Reidel, Paul W. Winkler (eds.), Regensburger Herbstsymposion zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege, 1. Band, Regensburg: Verlag Schnell & Steiner, 1995, S. 75-76.
  • Johann SCHMUCK, Die Entwicklung der Evangelischen Wohltätigkeitsstiftung. Bürgerliche Stiftungen, Almosenamt, Evangelische Wohltätigkeitsstiftung, in: Helmut-Eberhard Paulus, Hermann Reidel, Paul W. Winkler (eds.), Regensburger Herbstsymposion zur Kunstgeschichte und Denkmalpflege, 1. Band, Regensburg: Verlag Schnell & Steiner, 1995, S. 40.
  • Eintrag zum ehemaligen Spitalgebäude des Reichen Spitals auf Wikidata [online].